Buchempfehlung

Zusammen leben in Gottes Haus

Friedemann Burkhardt: Zusammen leben in Gottes Haus. Gemeinde interkulturell gestalten, Neufeld Verlag Luhe-Wildenau 2025 broschiert 275 S., 30,- €, ISBN 9783862561988

Aufs kürzeste zusammenfassend gesagt: Burkhardt legt ein richtungsweisendes, fundiertes Forschungsergebnis vor, das Empirie und Theorie / Theologie in überzeugender Weise verknüpft.

Der Autor wendet sich mit diesem anspruchsvollen Buch an Leitungspersonen in Kirchen und Gemeinden, an Studierende und Lehrende sowie Pioniere von Gemeindegründungen. Die bei der Untersuchung einbezogen Gemeinden decken das ganze ökumenische Spektrum ab, wobei traditionelle landeskirchliche Kirchengemeinden eine Minderheit darstellen.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Praxisbeispiel, das in einem zweiten Schritt biblisch-theologisch reflektiert wird. Dem folgen jeweils Hinweise zur Umsetzung.

Burkhardt beginnt mit der Bestandsaufnahme, dass in Deutschland die Kirchen und Gemeinden das Schlusslicht bilden gegenüber anderen gesellschaftlichen Institutionen, was die Integration von Menschen aus anderen Weltregionen betrifft. Die bestehenden Gemeinden sind weitgehend sehr homogen in ihrer Zusammensetzung. Alle sprechen dieselbe Sprache, entweder deutsch oder eine Fremdsprache. Die meisten kommen aus derselben gesellschaftlichen Schicht und bevorzugen den gleichen Frömmigkeitsstil. Gleichzeitig mahnt er, dass zielgruppenorientierte Gemeindeentwicklung mit der Verstärkung der Homogenität die gesellschaftliche Zersplitterung weiter vorantreiben würden.

Für Burkhard aber ist Interkulturalität die Schlüsselperspektive für die zukünftige Gemeindeentwicklung. Es soll möglich werden, dass Menschen aus allen Schichten und Weltregionen ihre Verschiedenheit als innovative und kreative Spannung einbringen. Nur so kann Kirche dem neutestamentlichen Anspruch gerecht werden: „Da ist weder Jude noch Grieche. Da ist weder Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau, denn ihr seid alle eins in Christus Jesus“. (Galater 3,28) Am Beispiel einer Kirchengemeinde zeigt Burkhard auf, wie solch eine Entwicklung möglich ist. Anhand von sieben Prinzipien vermittelt er eine Grundlage, wie interkultureller Gemeindebau gelingen kann. Das ist nicht als ein Modell zu verstehen, was zu kopieren wäre. Vielmehr betont er, dass es bei der Bildung christlicher Gemeinden nicht zuerst um Formen oder Strukturen geht, sondern um bestimmte Werte und Überzeugungen. Die sieben Prinzipien beginnen mit inklusivitätssensiblen Leitungspersonen, dem Kernwert der Fremdenliebe, einem weltchristlichen Horizont, der Visionsarbeit als Schlüsselprinzip, strategieorientierten Entscheidungen und einem Phasenmodell, das zu Verstärkungswirkungen führt.

Mit diesem Buch verbindet Burkhardt eine Herausforderung und zugleich eine Hoffunungsperspektive. Denn es ist herausfordernd, sich der Aufgabe des interkulturellen Gemeindebaus zu stellen und gleichzeitig Mut machend, weil er belegt, dass und wie es gelingen kann. Von daher eigentlich ein Must-have für alle, die Kirche der Zukunft mitgestalten wollen.

Günter-Helmrich Lotz

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